Görlitzer Stadtgespräche
 
Öffentliche Vortragsreihe

Das "Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau", Stiftungsprofessur Stadtumbau und Stadtforschung der TU Dresden, Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer, organisiert seit Herbst 2006 eine öffentliche Vortragsreihe.
Die Görlitzer Stadtgespräche greifen aktuelle Themen der Stadtentwicklung auf und finden bei verschiedenen Görlitzer Gastgebern statt. Auf diese Weise kommen die Referenten, die Görlitzer Öffentlichkeit und die Studierenden des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung der TU Dresden miteinander ins Gespräch (Vorschläge für interessante Themen sind jederzeit willkommen.)

Nachfolgend können Sie sich über die zurückliegenden Vorträge informieren.

 
WARENKAUFHAUS IN NOT! Jetzt Handel(n) für die Görlitzer Innenstadt!

Dienstag, 30. März 2010 um 18:00 Uhr
Vortrag & Diskussion: Dr. Wilhelm Klauser, InD-InitialDesign | Berlin Paris
Ort: Marienplatz / Elisabethstraße 2 (ehem. SCHLECKER-Filiale), Görlitz

Kaufhof, Karstadt, Horten, Hertie oder Centrum – Warenhausketten, die mit ihren Kaufhäusern einst ganze Stadtzentren prägten. In diesem Zuge ist nicht nur das herausragende Görlitzer Jugendstilkaufhaus als Inbegriff für das Einkaufserlebnis im besonderen Ambiente zu nennen. Deutschlandweit gibt es in den Innenstädten eine Vielzahl solcher Ankerpunkte des Handels. Doch es werden weniger. Gegenwärtig ist eine rasante Abnahme dieser ehemaligen Leistungsträger der Stadtzentren zu verzeichnen. Mehrere Kaufhausketten fielen durch insolvenzbedingte Schließungen bereits gänzlich aus den Innenstädten heraus und hinterließen leer stehende Kaufhäuser in 1A-Lage. Aufgrund fehlender Nachfrage oder sinnvollen und dauerhaften Lösungen ist daraus ein Dauerzustand in vielen Städten geworden.
Das klassische Warenkaufhaus steckt in der Krise und kann offenkundig nicht mehr mithalten mit den Shoppingcentern, vor allem am Stadtrand. Gerade die Kaufhäuser müssten doch durch ihren besonderen Charakter und ihre Einzigartigkeit, im Kontrast zu dem vielerorts uniformierten und standardisierten Stadtraum, punkten. Was sind die Gründe dieses Attraktivitätsverlustes? Sind die alten Gebäude für Investoren und Betreiber zu unmodern, zu klein, zu unfunktional, hohe Mieten für Händler unbezahlbar? Oder liegt es vielmehr am Kunden, der mit der Zeit sein Einkaufsverhalten verändert hat?
Wir möchten insbesondere das Görlitzer Kaufhaus in den Fokus der Diskussion setzen und Sie in einen konstruktiven Dialog über die Zukunft des Gebäudes einbeziehen. Der Architekt und Journalist Dr. Wilhelm Klauser wird uns mit seinem Referat in die Thematik einführen und einen gesamtdeutschen Überblick geben.

Moderation: Ines-Ulrike Rudolph, tx - Büro für temporäre Architektur Berlin

 
Stadtentwicklung durch Zwischennutzung - Das Projekt "Hier-ist-der-Garten!" aus Brachflächen werden Gärten

Dienstag, den 24. November 2009 um 18:00 Uhr
Referentin: Christiane Schwarz, freie Landschaftsarchitektin, Berlin
Ort: Gleis 1 KulTourSaal im Bahnhof Görlitz

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Situati0n und den zugleich erheblichen innerstädtischen Leerstandsproblemen vieler ostdeutscher Städte gewinnen Zwischennutzungen zunehmend an Bedeutung. Sie bieten unkonventionelle Möglichkeiten, für Gebäude und Raumressourcen neue Perspektiven zu finden, und schützen die Häuser und Flächen vor Verfall und Verwahrlosung. Noch dazu sind die temporären Projekte i. d. R. mit geringem finanziellem Aufwand verbunden und können sich imagebildend auf ganze Stadtviertel auswirken. Durch bürgerliches Engagement können brachliegende Flächen als wohnortnahe Gärten oder Stadtgrün genutzt werden oder leer stehende Gebäude als Räume für Kreativität, neue Ideen oder Existenzgründungen dienen. Aus dem Provisorium dieser Initiativen heraus können sich dauerhafte Begegnungsstätten oder Identitätsstifter entwickeln.
"HIER-IST-DER-GARTEN!" nennt sich ein Projekt der BTU Cottbus, das im Sommer 2008 unter der Projektleitung der Landschaftsarchitektin Christiane Schwarz initiiert wurde. Gemeinsam mit Cottbuser Bürgern verwandelten Studierende der Universität insgesamt zehn innerstädtische Brachflächen in Stadtgärten. Einige der zunächst als temporäre Projekte geplanten Gärten existieren heute noch. Christiane Schwarz wird das Projekt vorstellen und über eine mögliche Übertragbarkeit der Projektidee mit uns diskutieren.
Das Stadtgespräch findet in Kooperation mit dem ideenfluß e.V. im Bahnhof (KulturTourSaal Gleis 1) statt.

 
PROBEWOHNEN - LUST AUF MEHR? - Die Zukunft von Görlitz gemeinsam gestalten

Dienstag, 05. Mai 2009 um 18:00 Uhr
Podiumsdiskussion mit verschiedenen Gästen
Ort: Schlesisches Museum, Eingang Fischmarkt

Seit Januar 2008 führt das Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau in Görlitz das Projekt „Probewohnen“ unter dem Motto „Schau doch mal rein“ durch. Das Projekt ist deutschlandweit einzigartig und wird als Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, der WBG Wohnungsbaugesellschaft Görlitz mbH und dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Görlitz. Am 03. Mai 2009 startet der zweite sechswöchige Probewohn-Zeitraum, in dem weitere 12 Haushalte die zwei Altbauwohnungen in Görlitz testen. Aus diesem Anlass werden mögliche zukünftige Schritte gemeinsam mit Projektpartnern und Gästen diskutiert.

PODIUMSTEILNEHMER

  • Joachim Paulick, Oberbürgermeister der Stadt Görlitz
  • Lutz Penske, Leiter Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Görlitz
  • Arne Myckert, Geschäftsführer WBG Wohnungsbaugesellschaft Görlitz mbH
  • Dieter Gleisberg, Stadtrat, Fraktionsvorsitzender CDU
  • Andreas Storch, Stadtrat, Fraktionsvorsitzender Die Linke
  • Wolfgang Kück, Stadtrat, stellv. Fraktionsvorsitzender Bürger für Görlitz e.V.
  • Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer, Leiter Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau, TU Dresden
 
Stadterneuerung in Polen - Die Altstadt von Jelenia Góra im Wandel - Vom Abrissquartier zu einem lebendigen Stadtteil

Dienstag, den 03. März 2009 um 18:00 Uhr
Referenten: Jacek Jakubiec, Stiftung für ökologische Kultur und Zbigniew ZbyszyDski, Architekturatelier A PROJEKT.
Ort: Vortragssaal im Schlesischen Museum

Für eine zukunftsfähige Entwicklung der Innenstädte bedarf es eines größeren Erfahrungsaustausches, auch über die Landesgrenzen hinweg. Das Stadtgespräch am 03.03.2009 widmet sich daher der Stadterneuerung in Polen. Am Beispiel der niederschlesischen Stadt Jelenia Góra werden Lösungsansätze, Erfolge und Probleme bei der Revitalisierung der Innenstadt aufgezeigt.
In Polen vollzog sich nach dem 2. Weltkrieg ein grundlegender Wandel in der Stadtentwicklung. Die Altstädte wurden durch die neue Stadtbaupolitik vernachlässigt und verwahrlosten zunehmend. Der schlechte bauliche Zustand vieler historischer Bürgerhäuser in der Altstadt von Jelenia Góra hatte in den sechziger Jahren umfassende Flächenabrisse zur Folge. Inzwischen vollzog sich ein erneuter Wandel in der Stadtbaupolitik und die Stadt versucht, trotz begrenzter ökonomischer Rahmenbedingungen, die Altstadt als attraktiven Lebensraum neu zu gestalten.
Herr Jacek Jakubiec von der Stiftung für ökologische Kultur und Herr Zbigniew ZbyszyDski, Architekturatelier A PROJEKT werden uns das konkrete Vorgehen aus ihrer jeweiligen Perspektive erläutern und über interdisziplinäre Kooperationen zur Stärkung der innerstädtischen Altbauquartiere berichten.

 
Gebäude anders nutzen: Prinzip HausHalten - Ein Modell für Görlitz?

Dienstag, den 20. Januar 2009 um 18:00 Uhr
Referent: Frau Juliana Pantzer, Vorstand HausHalten e.V., Modellprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik „Bildungs- und Kompetenz-zentrum HausHalten“
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Berichtet wird von den Erfahrungen und Erfolgen des HausHalten e.V. seit seiner Gründung im Jahr 2004. Erklärtes Vereinsziel ist es, durch unübliche Nutzungen leerstehende Altbauten vor dem Verfall zu schützen und langfristig zu erhalten. Inzwischen sind über 10 Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt worden.
Die Grundprinzipien der ‚Wächterhäuser‘ lauten „Hauserhaltung durch engagierte Nutzung“ und "Viel Fläche für wenig Geld". Die Eigentümer profitieren von den Belebungseffekten, da die Nutzer zugleich engagierte Hauswächter sind, die auf das eigene Wächterhaus ein Auge haben und es so vor dem weiteren Verfall bewahren. Im Gegenzug können die Nutzer viel Raum kostengünstig nutzen. Die gesammelten Erfahrungen zeigen: Der Bedarf an nichtkommerziellen und unkonventionell Raumnutzungen ist vorhanden (als Vereinsräume, Künstlerateliers, Hobbywerkstätten oder für Nachbarschaftsinitiativen). Damit auch andere Städte mit ähnlichen Problemen von den Erfahrungen lernen können, wie beispielsweise Görlitz, erfolgt derzeit der Aufbau eines „Bildungs- und Kompetenzzentrum HausHalten“, gefördert vom Bund als Modellprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik.

 
Allen gerecht und energiebewusst! - Neue Modelle für ein zukunftsgerichtetes Wohnen

Dienstag, den 09. Dezember 2008 um 18:00 Uhr
Referent: Herr André Zaman, LUWOGE Wohnungsunternehmen, Ludwigshafen
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Neue Wohnformen gewinnen im Zuge des klimatischen und demografischen Wandels an Bedeutung. Der heutige Wohnungsbestand wird den gegenwärtigen Ansprüchen oft nicht mehr gerecht. Ein zukunftsfähiges Wohnen erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit energetischen Anforderungen und Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzergruppen. Am konkreten Projekt der Hohenzoller-Höfe aus den 1920er Jahren prüft die LUWOGE, das Wohnungsunternehmen der BASF in Ludwighafen, welche Möglichkeiten bestehen, Wohnungen zeitgemäß für verschiedene Zielgruppen zu adaptieren. Im Dialog mit den Bewohnern möchte das Wohnungsunternehmen ein Konzept entwickeln, welches zeitgemäße und zukunftsgerichtete Wohnmodelle bietet und Maßnahmen der energetischen Gebäudemodernisierung mit den Anforderungen des Denkmalschutzes in Einklang bringt.

 
Probewohnen in Görlitz - Ein Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik

Dienstag, den 17. Juni 2008 um 18:00 Uhr
Referenten: Herr Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer und Frau Anne Pfeil, Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau sowie Lutz Penske, Amtsleiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes der Stadt Görlitz und Gerd Kolley, Geschäftsführer der WBG - Wohnungsbaugesellschaft Görlitz mbH
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Eine lebendige Stadt braucht möglichst viele Bürger, die in der Innenstadt wohnen. Leider stehen in der Görlitzer Innenstadt, trotz vorbildlicher Restaurierung der alten Häuser, noch zu viele Wohnungen leer. Das Görlitz Kompetenzzentrum der TU Dresden hat sich erfolgreich um die Förderung eines Modellvorhabens im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik bemüht. Zur Revitalisierung der Innenstadt sollen neue Wege beschritten werden. Das Modellvorhaben erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stadt Görlitz und der WBG Wohnungsbaugesellschaft Görlitz. Es wird gefördert durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sowie das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Im Rahmen der Görlitzer Stadtgespräche werden Ideen, Ziele und Vorgehen des Modellvorhabens erläutert und diskutiert.

 
Bürgerprojekt zur Revitalisierung - Ein Initiator des Schwabehauses berichtet

Dienstag, den 6. Mai 2008 um 18:00 Uhr
Referentin: Herr Joachim Volger, Schwabehaus e.V. Dessau
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Einen Überblick zu verschiedenen Bürgerprojekten und deren Potential für den Stadtumbauprozess eröffnete bereits im Herbst 2007 das Görlitzer Stadtgespräch mit Frau Birgit Schmidt, Wohnbundberatung Dessau.
Wie organisiert sich solch ein Projekt? Wie trägt sich ein Bürgerprojekt langfristig - wirtschaftlich wie auch ideell? Welche Ansätze gibt es, um finanzielle Hürden zu nehmen? Welchen Beitrag leistet ein Bürgerprojekt für die Stadtentwicklung?
Das Schwabehaus in Dessau wird als ein wirtschaftlich erfolgreiches Bürgerprojekt vorgestellt. Mit großem bürgerschaftlichen Engagement konnte eines der letzten Dessauer (Fachwerk-) Häuser erhalten und für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden. Der zu diesem Zweck gegründete Schwabehaus e. V. hat das Gebäude in einem mehrjährigen Prozess wieder in Stand gesetzt. Das Schwabehaus hat sich als Ort lebendiger Stadtkultur etabliert und der Verein engagiert sich zunehmend auch für die Erhaltung andererer Denkmale im Stadtgebiet.

 
Stadtbaukultur - Leben mit der Stadt

Dienstag, den 11. März 2008 um 18:00 Uhr
Referentin: Frau Ulrike Rose, Europäisches Haus der Stadtbaukultur e.V. Gelsenkirchen
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Was macht eine Stadt eigentlich lebenswert? Warum fühlen wir uns durch bestimmte Formen der Architektur inspiriert, von anderen dagegen nicht angesprochen? Welche Städte und Gebäude finden wir schön, welche interessant? Wie sehen die Gebäude und die Quartiere aus, in denen wir in Zukunft leben wollen? Gebäude und Ensembles, Plätze und Straßen, Parks und Gärten spiegeln den Charakter einer Stadt und lassen erkennen, was dort produziert und wie in ihr gelebt wird, vor allem aber, ob sich die Menschen dort zuhause fühlen.
Die Landesinitiative StadtBauKultur NRW nimmt diese Fragen genauer unter die Lupe: Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die gebaute Umwelt zu interessieren, einen gedanklichen Austausch anzuregen sowie langfristig mehr Qualität im Entwickeln und (Um-) Bauen zu erreichen. Ulrike Rose, Geschäftsführerin des Europäischen Haus der Stadtkultur, wird über Projekte und Aktivitäten in NRW berichten und mögliche Anknüpfungspunkte für die Entwicklung in ostdeutschen Städten mit uns diskutieren.

 
Mietshäuser-Syndikat - Förderung von Gemeinschaftseigentum durch Erfahrungsaustausch und Netzwerke

Dienstag, den 22.01.2008 um 18.00 Uhr
Referentin: Frau Helma Haselberger, Mietshäuser-Syndikat Freiburg (Breisgau)
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Für eine erfolgreiche Revitalisierung innerstädtischer Quartiere ist neben dem Zugewinn an Mietern auch der Aspekt der Eigentumsförderung ein entscheidender. Für viele Interessierte Einzelpersonen und Initiativen stellt allerdings die Organisation von Kauf und Finanzierung eine Hemmschwelle dar, sodass derartige Projekte oftmals im Anfangsstadium stecken bleiben. An dieser Stelle setzt das Mietshäuser-Syndikat ein: Etablierte Altprojekte beraten neue Projektinitiativen und stellen ihr Know-how zur Verfügung. Darüber hinaus sollen Altprojekte finanzielle Überschüsse zu Gunsten neuer Projektinitiativen transferieren, statt ihre wirtschaftlichen Spielräume für sich zu verbrauchen. Ein solcher Ausgleich zwischen Projekten will organisiert sein. Die Organisation eines solchen Solidarzusammenhangs ist die Idee des Mietshäuser-Syndikats, das 1992 in Freiburg im Breisgau gegründet wurde.

 
Leben findet Innenstadt - eine bayernweite Werkstatt zur Aufwertung der Innenstädte

Dienstag, den 27.11.2007 um 18.00 Uhr
Referentin: Frau Christine Schweiger, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern
Ort: Ratscafé, Untermarkt 24

Viele Innenstädte stehen trotz ihres hochwertigen Baubestandes unter erhöhtem Handlungsdruck, dem Leerstand und den damit verbundenen Funktionsverlusten entgegenzuwirken. Neben der kommunalen Förderung bedarf es hierbei der Initiative und Beteiligung von Bewohnern, Immobilieneigentümern und Unternehmen. Denn nur von der Stadtgesellschaft mitgetragene Projekte generieren das notwendige Engagement und ermöglichen einen Investitionsmix aus öffentlichen und privaten Mitteln.
Die Werkstatt «Leben findet Innenstadt», die im Sommer 2005 von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern ausgelobt wurde, begleitet und unterstützt derartige öffentlich-private Kooperationen in 10 Modellgemeinden.

 
Bürgerprojekte als Potential für den Stadtumbauprozess

Dienstag, den 09.10.2007 um 18:30 Uhr
Referentin: Frau Birgit Schmidt, WohnBund-Beratung Dessau
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Gerade für Städte, die von einem hohen Leerstand betroffen sind, werden Konzepte zur Revitalisierung gebraucht, die neue Wege gehen und alternative Träger- und Finanzierungsmodelle erproben. Birgit Schmidt hat solche Konzepte erforscht und zeigt mit ihrer Arbeit Möglichkeiten auf, wie leer stehende Immobilien in ostdeutschen Städten revitalisiert werden können. In ihrem Vortrag stellt sie Beispiele vor, die sich als besonders "marktfähig" erwiesen haben.

 
Neuland - Ein Reisebericht durch die ostdeutsche Transformationslandschaft

Dienstag, den 10.07.2007 um 18:00 Uhr
Film und Diskussion mit Herrn Holger Lauinger
Ort: Vortragssaal Schlesisches Museum

Der Dokumentarfilm Neuland ist ein Reisebericht durch ostdeutsche Städte und Regionen, der anregen möchte, Neuland zu denken. So könnten leerstehende Häuser und Brachen durchaus als Möglichkeitsräume betrachtet werden: als ein Neuland für Experimente, Lebens- und Arbeitsweisen. Gibt es Neuland in Görlitz zu entdecken?
Die Pioniere und Projekte im Film liefern Inspirationen: Ein Bürgermeister ruft nach Kolonisten. Zwei Studenten bauen ihre berufliche Existenz mit Schnecken auf. Ein Planer löscht seine Stadt aus. Ein Heimkehrer züchtet Bisons im Tagebau. Ein Arbeitsloser mobilisiert andere „Überflüssige“. Ein Sozialwissenschaftler spricht von ländlichen Ghettos, Jugendliche über ihre Zukunft in einer sterbenden Stadt. Eine Frau schließt das letzte Kino der Stadt. Eine Kommune zieht in eine ehemalige Puppen-Fabrik. Kulturschaffende wehren sich gegen Nazis. Neue Siedler besetzen ländlichen Raum ... Sie alle leben in ... Neuland.

 
Selbstnutzer-Programm Leipzig – eine Perspektive auch für Görlitz?

Dienstag, den 15.05.2007 um 18:00 Uhr
Referent: Herr Stefan Gabi, Stadt Leipzig
Ort: Kleiner Ratssaal, Untermarkt 6-8 (Eingang historische Treppe)

Neben dem Abriss und der Schaffung neuer Wohnumfeldqualitäten geht es im Leipziger Stadtumbau um die Stärkung der Eigentumsbildung in denkmalgeschützten Altbauten und Stadthäusern in der inneren Stadt. Dadurch sollen die Abwanderung ins Stadtumland weiter verringert und die Altbauquartiere gestärkt werden.
Das Leipziger Selbstnutzer-Programm ist kein Förderprogramm. Das Programm setzt vielmehr auf Beratung, Gruppenmoderation, Marketing und Netzwerkbildung. Unterstützung gibt es auch durch die Beratung zur Erschließung des staatlichen „Förderdschungels“.
Empfohlen wird weitgehende Selbstorganisation bei gänzlichem Verzicht auf einen Bauträger oder der Reduzierung seiner Aufgaben. Kaufinteressenten schließen sich in Gruppen zusammen, beauftragen gemeinsam einen Architekten, der ihnen in baulicher Hinsicht professionelle Unterstützung bietet, und übernehmen die übrigen Aufgaben (u.a. Akquisition weiterer Mitstreiter, Festlegung des baulichen Aufwands) weitgehend selbst. Durch die Stadt werden Bauinteressenten dadurch unterstützt, dass Baugruppen in der Anfangsphase durch Moderatoren und Bauexperten begleitet werden.

 
Zukunftsinitiative Eifel - Ein Modellprojekt auch für Görlitz – Zgorzelec?

Dienstag, den 23.01.2007, 17:00 Uhr
Referent: Herr D. Popp, Futour München
Gastgeber: Kulturstadt e.V. und Augustum-Annen-Gymnasium

Die grenzüberschreitende Region um Görlitz/Zgorzelec sucht nach Perspektiven und Chancen im zusammenwachsenden Europa. Dies stellt an der historisch bedeutsamen polnisch-deutschen Grenze eine besondere Herausforderung dar. Am Beispiel einer ebenfalls grenzüberschreitenden Region – den Eifel-Ardennen, im Raum Deutschland / Belgien / Luxemburg – soll gezeigt werden, wie solche Perspektiven bereits heute mit erkennbaren Erfolgen realisiert werden. Über ein mit nationalen Mitteln der Bundes¬republik Deutschland gefördertes Projekt „Regionen aktiv“, konnte neben der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im touristischen Bereich mit der Entwicklung von Qualitätsprodukten ein zweiter Bereich definiert werden, der die Region stärker zusammen bindet und ihr ein bisher nicht vorhandenes Identitätsgefühl gegeben hat. Bei der kooperativen Umsetzung der Strategie, arbeiten Vertreter des Tourismus, des Handwerks, der Landwirtschaft und des Naturschutzes konstruktiv zusammen und leisten damit auch einen Beitrag zur Sicherung der Kulturlandschaft. Das Beispiel macht vor allem deshalb Mut, weil aus diesen beiden Initiativen – Tourismus einerseits und Regionalvermarktung andererseits – der Wunsch bei Politikern und Unternehmen nach einer noch stärkeren Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen geführt hat. So konnte die „Zukunftsinitiative Eifel“ entstehen, in die derzeit auf deutscher Seite 10 Landkreise aus 2 Bundesländern und die Deutschsprachige Gemeinschaft der belgischen Ostkantone eingebunden sind. Die Kooperation mit einem Teil der luxemburgischen Ardennen wird derzeit vorbereitet. Das Beispiel soll transparent machen, dass solche Projekte durchaus Zukunftscharakter haben, wenn sie denn von allen Beteiligten ernsthaft gewollt sind und sich die beteiligten Akteure in diesen langwierigen Prozess bewusst und konstruktiv einbringen.

 
Mehr Fläche für weniger Geld! - Die Initiative HausHalten in Leipzig

Montag, den 13.11.2006, um 17:00 Uhr
Referent: Herr T. Tröger, HausHalten e.V.
Gastgeber: WBG Görlitz

Im Oktober 2004 gründete sich HausHalten e.V. mit dem Ziel, gefährdeten Gebäuden durch unkonventionelle Nutzungsideen neue Perspektiven zu verleihen. HausHalten e.V. nimmt Kontakt zu Eigentümern leerstehender Gebäude auf und vermittelt diesen bei Interesse neue Nutzer, die durch die Revitalisierung das Gebäude „bewachen“ und somit als Hauswächter fungieren, die fortan auf das neue Wächterhaus ein Auge haben und es so vor weiterem Verfall bewahren. Bei dem Projekt finden ratlose Eigentümer leer stehender Häuser und engagierte, kreative Nutzer auf der Suche nach Fläche für ihre Ideen zusammen. „Das Grundprinzip der ‚Wächterhäuser‘ lautet: Hauserhalt durch Nutzung. Die Nutzung des Hauses verhindert Vandalismus und grenzt Witterungsschäden ein, da sie von den Nutzern schnell entdeckt und behoben werden. „Viel Fläche für wenig Geld“ ist die Maxime, denn es gilt in Zeiten des Überangebotes Fläche zu verschwenden und Nutzungen zu extensivieren, was aufgrund der günstigen Nutzungskonditionen möglich wird. (...) Wichtigstes Ziel des Vereins ist der Erhalt städtebaulich und baukulturell bedeutsamer Gebäude, die aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen keiner „klassischen“ Instandsetzung zugeführt werden können und mittelfristig vom Abbruch bedroht sind. Vor allem Gebäude an Hauptstraßen oder in stadtbildprägenden Lagen gilt es zu erhalten. Durch die Sicherung einzelner Gebäude sollen Blockstrukturen in ihrer Geschlossenheit bestehen bleiben und für die lokale Identifikation bedeutsame Bauten gesichert werden.

 
Aegidienhof Lübeck - Umbau einer historischen Anlage in der Lübecker Altstadt

Dienstag, den 24.10.06, um 20:00 Uhr
Referenten: Frau Dr. U. Holzinger, Wohnungseigentümerin und Herr R. Steffens, Büro steffens meyer franck architekten und stadtplaner
Gastgeber: Denkmalakademie

12 Häuser aus unterschiedlichen Epochen, die Baustile variieren von der Spätgotik über Renaissance bis zum Historismus, sind um einen ruhigen Innenhof gruppiert. 62 WE, Gemeinschaftsraum, Werkstatt, Sauna, Pflegebad, Gästezimmer, 12 Gewerbeeinheiten, ca. 120 Bewohner. Mischung der Generationen. Eine zentrale Beratungsstelle koordiniert Hilfsangebote und -gesuche und arrangiert z.B. Boten- und Einkaufsgänge, Hilfe im Haushalt oder Babysitting. Die teilweise barrierefreien Wohnungen sind für verschiedene Haushaltsformen ausgelegt. In den 12 Gewerbeeinheiten sind u.a. eine Buchbinderwerkstatt, ein Atelier, das Architekturbüro sowie verschiedene Praxen untergebracht. Mit den gewerblichen Einrichtungen, dem Kultur- und Stadtteilcafé sowie Ausstellungen, Konzerten und Lesungen richtet sich der Aegidienhof auch in das städtische Umfeld. Veranstaltungen werden über den gemeinnützigen Agiedienhof e.V. organisiert.