TRINITAS Stadt-Wert-Schätzung - Ein Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik
 
Auftraggeber

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

 
Laufzeit

Dezember 2009 - Oktober 2011

 
Gleichgewichtiger Dreiklang für zukunftsfähige Stadtquartiere

Baukultur muss an konkreten Qualitäten festgemacht werden, damit sie diskutiert und wertgeschätzt werden kann. Im Rahmen des Pilotprojektes TRINITAS geht es damit weniger um die Frage ob sich Baukultur rechnet. Der Begriff der Wertschätzung ist dafür nicht auf eine mathematische Logik oder ökonomische Denkweisen zu beschränken. Vielmehr gilt es Baukultur und die damit verbundenen Qualitäten aufzuzeigen und in Relation zueinander zu stellen. Im Sinne einer ganzheitlichen Stadt-Wert-Schätzung wird Baukultur dafür gleichgewichtig mit anderen Interessen der Stadtentwicklung betrachtet. Auf der Ebene des Stadtquartiers werden unterschiedliche Kriterien aus Baukultur, Ökologie und Ökonomie in einen neuen „Dreiklang“ gebracht. Innerhalb des Kriterienkatalogs definieren sich die einzelnen Kriterien dabei nicht über quantifizierbare Indikatoren und Messgrößen, sondern erklären sich vorrangig durch die Übersetzung in plausibel gestaltete Stadt-Wert-Karten. Über die bildgestützte Abfrage werden die Kriterien assoziativ in Abhängigkeit zueinander gesetzt und für jedes Stadtquartier zu einem Stadt-Wert-Profil zusammengefasst.

Abb.1: Anleitung zur Stadt-Wert-Schätzung

Die schrittweise Entwicklung einer Methode zur gleichgewichtigen Stadt-Wert-Schätzung erfolgt im kooperativen und diskursiven Verfahren. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern und einer wissenschaftlichen Expertenkommission wird der Kriterienkatalog fortlaufend weiterentwickelt. Des Weiteren werden die Fachexperten aus den ausgewählten Modellstädten für die praxisnahe Anwendung in den Projektverlauf mit einbezogen. In ausgewählten Stadtquartieren der drei Modellstädte wird die methodische Anwendung erprobt. Die Methode Stadt-Wert-Schätzung baut dabei auf das implizite Wissen der Fachexperten in einer Stadt auf. Das bildgestützte Verfahren ermöglicht die Beschreibung von Stadtquartieren ohne Rückgriff auf umfassende Analysen. Auf den einzelnen Karten werden dafür verschiedene Ausgangslagen von Stadtquartieren bildlich definiert. Über die Kartenauswahl im Hinblick auf das jeweilige Stadtquartier erfolgt die Wertschätzung assoziativ und ohne langes Nachdenken. Aus den ausgewählten Karten ergibt sich das Stadt-Wert-Profil als anschauliche Grundlage, um mit weiteren Fachexperten über Ausgangslage, Potentiale und Defizite des Stadtquartiers zu diskutieren.

Abb.2: Beispielhaftes Stadt-Wert-Profil

Im Ergebnis entsteht das webbasierte Instrument Stadt-Wert-Spiegel und soll nachfolgend als kommunale Arbeitshilfe eingesetzt werden. Mithilfe der eigens entwickelten Web-Anwendung werden Stadtquartiere auch im Verhältnis zueinander und im gesamtstädtischen Kontext vergleichbar. Die auf dieser Grundlage entstandenen Stadt-Wert-Profile von Stadtquartieren können zur Argumentationsgrundlage für die quartiersbezogene Festlegung von Handlungsschwerpunkten genutzt, die daraus folgenden Entscheidungen auf kommunaler Ebene besser argumentiert und Prioritäten nachvollziehbar gesetzt werden.

 
Modellstädte

Im Fokus des Pilotprojektes TRINITAS stehen Klein- und Mittelstädte. Mit Crimmitschau, Plauen und Pirna können drei sächsische Mittelstädte gewonnen werden, die exemplarisch für die aktuellen Stadtentwicklungsprozesse im Freistaat Sachsen sind. Für die empirischen Untersuchungen zur Entwicklung und Erprobung der Methode Stadt-Wert-Schätzung erfolgt in Abstimmung mit den kommunalen Fachexperten in allen drei Modellstädte eine Auswahl von je zwei Stadtquartieren als Untersuchungsgebiete. Unter Einbindung der Kommunen wird sowohl die Bestimmung der Kriterien und deren Überprüfung auf Relevanz und Praktikabilität, als auch die Handhabbarkeit der Methode für die weiterführende Anwendung in anderen Kommunen abgewogen und angeglichen. In jeder Modellstadt werden die Stadtquartiere aus Perspektive der Stadtentwicklung aufgrund eines besonderen Handlungsbedarfs und unter Berücksichtigung ihrer gesamtstädtischen Bedeutung betrachtet. Gegenstand der Betrachtung sind Stadtquartiere mit privaten sowie kommunalen Baubeständen in der Innenstadt und am Stadtrand.




 
Berichte über Trinitas
  • Homepage der Nationalen Stadtentwicklungspolitik --> hier
  • Projektjournal 23/2011 der Nationalen Stadtentwicklungspolitik --> hier
  • stadt.pilot - Magazin zu den Pilotprojekten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik - 3/2010 (S. 19/20) --> hier
  • stadt.pilot - Magazin zu den Pilotprojekten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik - 6/2011 (S. 18) --> hier
 
Ansprechpartnerin

B. A. Merte Stork
Merte.Stork@mailbox.tu-dresden.de

 

Das Projekt TRINITAS Stadt-Wert-Schätzung wird im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Handlungsfeld „Städte besser gestalten – Baukultur“ gefördert. Initiator des Projektes ist das Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau in Kooperation mit den Projektpartnern Sächsisches Staatsministerium des Innern (SMI) und Sächsische Aufbaubank (SAB) sowie den Modellstädten Crimmitschau, Pirna und Plauen.