Seminare
 
Lernen von Königshufen?!

Sichtbare und unsichtbare Verbindungen zwischen der Großwohnsiedlung Königshufen und der Innenstadt von Görlitz
Sommersemester 2010

Die Grundprinzipien der staatlichen Wohnungspolitik der DDR waren von zwei Tendenzen geprägt – der Vernachlässigung der vorhandenen Altbausubstanz insbesondere in den Gründerzeitquartieren und der Errichtung von industriellen Großwohnsiedlungen an den Stadträndern. Im Jahr 1990 lebten durchschnittlich 34% der Einwohner der ehemaligen DDR in diesen neu errichteten Großwohnsiedlungen.
In den 1990er Jahren werden in den meisten dieser Siedlungen Aufwertungs- und Weiterentwicklungsmaßnahmen realisiert, um Verbesserungen der Wohnsituation und des Wohnumfeldes zu erreichen. In den Folgejahren führen Leerstände und soziale Entmischungsprozesse in der Stadt insgesamt zu einem Umdenken und zu räumlich differenzierten Entwicklungen.
Seit 2001 werden mit dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau-Ost Bestandsreduzierung und -umbau in den meisten Großwohnsiedlungen vorgenommen. Gesamtstädtische Stadtentwicklungskonzepte dienen dabei zur Orientierung und setzen sich mit den Entwicklungsperspektiven der Städte und ihrer Stadtteile auseinander. Die oftmals angedachte Bestandsreduzierung von außen nach innen stößt bei den Bewohnern der Großwohnsiedlungen am Stadtrand auf massive Kritik.

Das wirft u.a. folgende Fragen auf:

  • Aus welchen Gründen sind die Siedlungen so beliebt?
  • Was sind Faktoren, die zu einer Identifizierung der Bewohner führen?
  • Welche Funktionalitäten weisen die Siedlungen auf?
  • Welche Beziehungen gibt es zwischen den Siedlungen am Stadtrand und den Innenstädten?
  • Wie organisieren sich solche Stadtteile, was sind ihre (neuen) Aufgaben und wie können diese Prozesse sichtbarer werden?
  • Lassen sich spezifische Nutzer- und Zielgruppen herausarbeiten?

Am Beispiel des Stadtteils Königshufen in Görlitz sollen einige dieser Aspekte untersucht sowie Thesen und Visionen hinsichtlich eines nachhaltigen Umbaus von Königshufen abgeleitet werden. Das Sommersemester dient der Vorbereitung der NSP-Summerschool zum Thema „Unsichtbare Stadt“.

 
Bewahrend entwickeln - neuer Sommer altes Meißen

Wintersemester 2009/10

Wie in anderen Mittelstädten Ostdeutschlands so sind auch in Meißen eine große Anzahl historischer Bauten in den 20 Jahren seit dem Ende der DDR instand gesetzt, saniert, restauriert worden. Wie in anderen Mittelstädten sinkt auch in Meißen die Einwohner­zahl, die Bevölkerung wird älter und für die immer noch vielen leer stehenden Gebäude in schlechtem Zustand oder für Brachflächen ist es schwer, Nutzer und Nutzungen zu finden. Andererseits gibt es sicher auch in Meißen Ideen und Bedürfnisse, die in solchen Gebäuden, auf solchen Flächen verwirklicht und befriedigt werden können.

Hier setzen die Projekte der Studenten an: auf ausgewählten Grundstücken entlang eines „Porzellanweges“ von der Porzellanmanufaktur zur Albrechtsburg sollen für das Jubiläums­jahr der Manufaktur aus den Ideen der meißner Bürger Sommernutzungen entwickelt werden. Sie sollen die historischen Orte achten und sich auf diese beziehen. Ihre Geschichte und Potenziale sollen den Sommernutzern vermittelt werden. Wir wollen damit einen Anstoß auch für langfristige Nutzungen geben.

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Integriert Stadt Planen

Kommunikation im Stadtumbauprozess
Sommersemester 2009

Die Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt propagiert auf politischer Ebene eine Stärkung integrierter Ansätze in der Stadtentwicklung. Insbesondere der Stadtumbauprozess in den ostdeutschen Ländern bedarf eines integrierten Planens und Handelns. Dies wird nicht nur durch die im Rahmen des Stadtumbau-Ost-Programms geforderten Integrierten Stadtentwicklungskonzepte deutlich, sondern ergibt sich v.a. aus der schwierigen Situation, die in der Mehrzahl der Städte durch rückläufige demographische und ökonomische Entwicklungen hervorgerufen wird.
Bei der Erstellung der Integrierten Stadtentwicklungskonzepte in den Jahren 2000 bis 2002 dominierten oftmals wohnungswirtschaftliche Sichtweisen. In den folgenden Jahren sollte mit einer Fortschreibung als Städtebauliche Entwicklungskonzepte eine stärker übergreifende Betrachtung der sektoralen Belange stattfinden. Mit der Verwaltungsvereinbarung 2007 fand eine Modifikation bezogen auf die Stärkung von Sicherungs- und Aufwertungsmaßnahmen gegenüber dem Abriss statt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit heute Denkmalpflege und Stadtentwicklung ihre Vorstellungen innerhalb des Stadtumbaus einbringen können.

 
Ensembles in Städtebau & Denkmalpflege

Wintersemester 2008/09

Im Projektsemester WS08/09 des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung stehen das städtebauliche Ensemble und seine Bedeutung im jeweiligen Stadtgefüge im Mittelpunkt. Die Grundannahme für das Projekt ist, dass städtebauliche Ensembles prägende und wertvolle bauliche Strukturen darstellen, die über die Zeiten immer wieder Wandel und Umstrukturierungen erfahren haben. Ziel ist es, nach einheitlichen und vergleichbaren Kriterien den Umgang mit dem Erbe der europäischen (Innen-)Stadt bezogen auf städtebauliche Ensembles zu untersuchen und den Studierenden einen umfassenden und praxisnahen Überblick über Stadtentwicklungsprozesse im Bestand zu vermitteln.

Auf dieser Grundlage sollen eigene Ideen und Konzepte zum Umgang mit Ensembles erarbeitet werden. Kernfragen dabei sind:

  • Umgang mit Ensembles in ostdeutschen Städten – welche Bedeutung haben Städtebauliche Ensembles im Stadtumbau/in der Stadtentwicklung?
  • Wie sind städtebauliche Ensembles zu begründen und abzugrenzen? (stadträumliche Grenzen, Einzelobjekte, Raum- und Sichtbezüge)
  • Welche Erkenntnisse lassen sich aus der Analyse der baulich-räumlichen Strukturen für den Umgang und die Weiterentwicklung des städtebaulichen Erbes der europäischen Stadt ableiten?
 
Wege in die Schlanke Stadt?

Stadtentwicklung und -Umbau in sächsischen Mittelstädten
Sommersemester 2008

Der Stadtumbau als Prozess ist mittlerweile hinreichend fortgeschritten, um eine erste Bilanz zu ziehen. Noch off en ist, welche städtebaulichen Ergebnisse mit den vorgenommenen Maßnahmen verbunden sind. Ziele der integrierten Stadtentwicklung und die Auswirkungen bzw. Umsetzungsmöglichkeiten auf den Stadtraum sollen an einer Auswahl sächsischer Mittelstädte betrachtet und ausgewertet werden.

Die Gründerzeitquartiere haben in den meisten Städten einen besonderen Status. Sie sind meist Teil der Innenstadtgebiete. Der Umgang mit der Gründerzeit unterscheidet sich zu Altstadt und Stadtrand aufgrund der spezifi schen Problemlagen . Diese Gebiete werden zentral betrachtet.

Anhand der bisher vorliegenden städtebaulichen Ergebnisse des Stadtumbaus und der Analyse von Stadtentwicklungskonzepten sowie von aktuellen Projekten in Gründerzeitquartieren sollen „Trendaussagen“ und „Strukturkonzepte“ gefunden werden, die Optionen für die „schlanke“ oder konsolidierte Innenstadt von morgen aufzeigen.

 
Umgang mit der europäischen Innenstadt - Revitalisierender Städtebau

Wintersemester 2007/08

Das Projektsemester im WS07/08 des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung thematisiert den Umgang mit dem städtebaulichen Erbe in dt. / europäischen Mittelstädten.

Eine Erhebung in 18 Mittelstädten wird ein umfassendes Bild der speziellen, städtebaulich architektonischen Strategien von Stadtentwicklungsprojekten vermitteln. Inwieweit im Sinne einer städtebaulichen Revitalisierung in diesen Städten gehandelt wird und wurde soll in einer Auswertung unter der Kernfrage: „Umgang mit der Innenstadt in europäischen Mittelstädten - Welche Strategien der Stadtentwicklung führen das städtebauliche Erbe der europäischen Stadt im Stadtumbau weiter?“ analysiert werden.

Das Projekt teilt sich in 2 Bereiche: Sammlung / Erhebung und Vergleich / Katalog mit je zwei Aufgabenpaketen. Jede/r Student/in wird in 2 Städten eigenständig Erhebungen und Recherchen durchführen. Eine Reise von 1-2 Tagen in jede Stadt ist dafür notwendig. In einem Austausch in der Gruppe sollen Darstellung und Erhebungsformen einheitlich gestaltet werden, um eine Zusammenführung der Recherchen in einem Vergleich auswerten zu können. Eine konzeptionelle und grafische Überarbeitung der Ergebnisse für die Präsentation in einem „Katalog“ ist Grundlage für eine abschließende und gemeinsame Diskussion der Ergebnisse.

Ziel ist es eine ausführliche Dokumentation nach einheitlichen und vergleichbaren Kriterien zum Umgang mit der europäischen Innenstadt anhand von Beispielstädten zu erstellen. Mit diesen Dokumenten verfügen die Studierenden über einen umfassenden und praxisnahen Überblick über die aktuellen Stadtentwicklungsprozesse. Techniken der Projektvorbereitung, der fachlichen Kommunikationsformen und der Einschätzung der nationalen / europäischen Stadtentwicklungsstrategien mit ihren Ergebnissen werden erarbeitet. Der wissenschaftliche Anspruch dieser Arbeit erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation und ein ganzheitliches Verständnis der Arbeit als Gruppe.

 
Stadt Hof: Handel(n) für die Innenstadt

Sommersemester 2007

Die derzeit ca. 48.690 Einwohner zählende kreisfreie Stadt Hof liegt nördlich des Fichtelgebirges und östlich des Frankenwaldes. Südöstlich, unweit des Stadtgebietes, verläuft die Grenze zur Tschechischen Republik. Von der Landesplanung des Freistaates Bayern ist Hof als Oberzentrum eingestuft und hat u. a. in den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Bildung, Kultur und Infrastruktur sowohl lokale und regionale Aufgaben zu erfüllen.
Seit der politischen Wende von 1989 ist die Stadt einem gravierenden Strukturwandel unterworfen, ausgelöst von einer großen Zahl unternehmerischer Insolvenzen, durch Abwanderung von Betrieben und durch damit zusammenhängende rückläufige Bevölkerungszahlen und einer Leerstandsquote in Wohngebäuden von 11 %. Besonders von Leerständen betroffen ist der Stadtteil Mitte mit einer überdurchschnittlichen Leerstandsquote von 23 %. Der Leerstand in den übrigen Stadtteilen liegt unter dem Durchschnittswert der Stadt Hof.
Hat sich Hof im Herbst 2004 erfolgreich um die Aufnahme in das Programm „Stadtumbau West“ beworben. Um die für Hof kennzeichnenden Entwicklungsziele zu bestimmen, wurde für die Stadt Hof ein integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet und im Herbst 2006 vom Stadtrat beschlossen. Auf dieser Grundlage sollen in Zusammenarbeit mit Stadtrat, Verwaltung, Unternehmen und Bürgern zukünftige Strategien erarbeitet werden. Ziele ist es, verlässliche Entwicklungsvorstellungen zu formulieren und einen dynamischen Stadtentwicklungsplan zu erstellen.
Die Stadt Hof beabsichtigt im Rahmen des Stadtumbau West mit dem Impulsprojekt „Aufwertung der Innenstadt – 1. Phase Altstadtdach im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West“ (siehe Anlage) die Stärkung der Attraktivität der Innenstadt und des Einzelhandels. Es gilt, das geplante Projekt hinsichtlich der Auswirkungen auf die Innenstadt mit ihren unterschiedlichen Funktionen wie Einzelhandel, Wohnen, Bildung, Kultur kritisch zu überprüfen. Zu entwickeln ist ein Visionenkatalog für eine ganzheitliche Entwicklung der Innenstadt. Anschließend sind Handlungsstrategien auf unterschiedlichen Engriffebenen abzuleiten.
Eine Publikation der Ergebnisse liegt unter dem Titel "Handel [n] für Hof. Entwicklungsstrategien für das Hofer Stadtzentrum" (Band 7 der Schriftenreihe Stadtentwicklung und Denkmalpflege) vor.

Zeitplan
Pressemitteilung (April 07)
Frankenpost vom 25.04.07
Frankenpost vom 28.04.07