Denksalon 2008 Revitalisierender Städtebau - INTERESSEN im Umgang mit Innenstädten
 
20. bis 21. Juni 2008

Der Denksalon 2008 - INTERESSEN im Umgang mit Innenstädten findet vom 20. bis 21. Juni 2008 in der Europastadt Görlitz / Zgorzelec statt. Aktuelle Trends und Visionen werden diskutiert und Methoden und Prozesse der Interessenfindung und -abwägung werden näher beleuchtet.

 
Programm und Anmeldung

Der Flyer gibt einen Überblick über Referenten, Tagungsprogramm und Tagungskonzept.


Forum 1 | Interessen erkennen – Visionen und Trends
"Simulation vernetzter Interessenlagen"
Prof. Dr. Ludger Hovestadt, Professur für CAAD, Institut für Hochbautechnik, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

"Simulation vernetzter Interessenlagen"
Dr. Ulrich Hatzfeld, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Berlin

"Corporate Social Responsibility: Chancen für die Innenstadtentwicklung"
Friedbert Damm, Deutsche Bank AG Dresden

"Optimierung von Stakeholderinteressen in der Stadtentwicklung"
Prof. Dr. Rudolf Schäfer, Technische Universität Berlin, Forschungsgruppe Stadt + Dorf

„Trendlese“ aus der Kunstperspektive"
Dr. Jacqueline Burckhardt, Parkett Publishers, Zürich


Forum 2 | Interessen gestalten – Methoden und Prozesse
"Meinungsbild und Meinungsbildung in der Stadtentwicklung"
Mag. Cornelia Ehmayer, Stadtpsychologin, Wien

"Sektorale Interessen und Innenstadtentwicklung"
Dr. August Ortmeyer, Deutscher Industrie und Handelskammertag (DIHK), Berlin

"Partizipation als Programm"
Ines-Ulrike Rudolph, tx - büro für temporäre architektur, Berlin

"Wohnungswirtschaft zwischen Ökonomie und Städtebau"
Dr. Wolfgang Schönfelder, Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU), Potsdam


Forum 3 | Interessen wahren – abwägen und handeln
"Planungskultur und Stadtbaukultur in den Niederlanden"
Prof. Ir. Joost M. Schrijnen, Stadt Almere

"Stadt und Stadtteile im Abwägungsprozess"
Prof. Urs Kohlbrenner, Planergemeinschaft Hannes Dubach, Urs Kohlbrenner, Berlin

"Strategische Finanzsteuerung und Interessenabwägung"
Hans-Peter Kopp, Stadt Offenburg, Fachbereich Finanzen

"Stadträume im Umbauprozess"
Dr. Sonja Beeck, IBA-Büro, Stiftung Bauhaus Dessau

 
Thema | INTERESSEN im Umgang mit Innenstädten

Mit der „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ verpflichten sich die zuständigen MinisterInnen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die integrierte Stadtentwicklung voranzubringen. Hierfür bedarf es „…einer gleichzeitigen und gerechten Berücksichtigung der für die Entwicklung von Städten relevanten Belange und Interessen“. Das konstruktive Zusammenspiel von Interessen ist die Basis einer hoch stehenden (Stadt-)Baukultur.
Der DENKSALON REVITALISIERENDER STÄDTEBAU 2008 knüpft hier mit dem Themenschwerpunkt INTERESSEN im Umgang mit Innenstädten an. Durch die konkrete Betrachtung der Wechselwirkungen unterschiedlicher Interessen sollen neue Ansätze zur Zukunftsgestaltung unserer Städte gewonnen werden.

Veränderte Rahmenbedingungen wie Globalisierung, Privatisierung, Individualisierung und demografische Entwicklung stellen neue Anforderungen an die Gesellschaft und an die Städte. Die Interessenvielfalt nimmt zu, gleichzeitig bewirkt die Verlagerung von Zuständigkeiten eine gewisse Orientierungslosigkeit und es ergeben sich oft widersprechende Einzelinteressen. Diese Veränderungen evozieren neue Interessen, verlangen von den Akteuren, sich neu zu positionieren, sich verstärkt mit anderen Interessenvertretern abzustimmen und neue Interessengemeinschaften einzugehen.

 
Themenforen

Im Rahmen des Denksalons 2008 werden Fachexperten und Nachwuchswissenschaftler aus Theorie und Praxis die Interessen im Umgang mit Innenstädten disziplinübergreifend und im internationalen Kontext diskutieren. Potentiale, Konflikte und Wechselwirkungen für die Stadtentwicklung werden in den Themenforen INTERESSEN erkennen, INTERESSEN gestalten und INTERESSEN wahren näher beleuchtet.

 
Forum 1 | Interessen erkennen – Visionen und Trends

In der Stadtentwicklung stehen stets die unterschiedlichen Interessen in ihrer Wechselwirkung zur Diskussion. Die Positionierung von Interessen hat letztendlich Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Es wird immer wichtiger, das Zusammenwirken unterschiedlicher Interessen und Wechselwirkungen im gesellschaftlichen Handeln, in der Stadtentwicklung und in der Frage hoch stehender Baukultur zu erkennen und als Parameter in der Gestaltung unserer Städte zu begreifen. Interessen, Visionen und Trends frühzeitig zu erkennen, setzt eine Offenheit für „weiche Faktoren“ und „glückliche Zufälle“ in der Stadtentwicklung voraus. So zeigt sich beispielsweise der aktuelle Trend des Klimawandels einflussreich auf Baukultur, Denkmalschutz und Stadtentwicklung und evoziert neue Interessenlagen und damit neue Perspektiven für die Entwicklung der Innenstädte. Der Blick in andere Disziplinen kann helfen, Trends und Visionen für die Entwicklung der Innenstädte aufzuspüren. Dabei können z. B. computergenerierte Simulationen ebenso wie Ideen und Konzepte der Politologie spannende Erkenntnisse generieren, veränderte Interessenlagen werden strategische Allianzen für die europäischen Innenstädte hervorbringen und die „Trendlese“ in Kunstkreisen eröffnet vielfältige Themen für noch ungewohnte Lebensräume.

 
Forum 2 | Interessen gestalten – Methoden und Prozesse

Der gesellschaftliche und strukturelle Wandel und die zunehmende Privatisierung kommunaler Aufgaben tragen zu einer größeren Interessenvielfalt - aber auch zur verstärkten Durchsetzung sektoraler Interessen in den Städten bei. Vorraussetzung für eine ganzheitliche Innenstadtentwicklung ist die Einbindung unterschiedlicher Interessengruppen und deren inhaltsreiches Zusammenwirken mit dem Ziel der Konsensfindung. Methoden und Prozesse sind gefragt, um Interessen sichtbar zu machen und sie in Stadtentwicklungsprozessen einzubringen. Stadtpsychologische Ansätze können helfen, eine sachgerechte Meinungsbildung in der Stadtentwicklung zu unterstützen. Die frühzeitige Bildung von Interessengruppen soll Konflikte transparent machen. Für den Erfolg bei der Vermittlung und Abstimmung unterschiedlicher, oftmals widersprüchlicher Einzelinteressen ist eine ausgeprägte Kommunikationskultur ebenso entscheidend wie Kompromissbereitschaft. Erfahrungen aus Ökonomie und Wohnungswirtschaft geben wertvolle Hinweise zur Konsensbildung in der Stadtentwicklung. Ebenso bieten Partizipationsmodelle, Methoden des Erfahrungsaustausches und andere Kooperationsformen eine Vielfalt der Interessensgestaltung.

 
Forum 3 | Interessen wahren – abwägen und handeln

Wenn Interessen in der Stadtentwicklung einseitig formuliert werden, kann die urbane Stadtgesellschaft an Vitalität und kreativem Potential und die Stadtgestalt an Qualität verlieren. Die Wahrung unterschiedlicher Interessen ist Ausgangspunkt für eine zukunftstaugliche Stadtentwicklung und eine qualitätsvolle Stadtrevitalisierung. Integrierte Stadtentwicklungskonzepte bilden anerkannte Grundlagen, um vielfältige Interessen offen zu legen und zu wahren. In der Umsetzung stehen dem Wunsch nach Integration oftmals ein Gegeneinander unterschiedlicher Interessengruppen, eine mangelnde Flexibilität sowie eingefahrene Handlungsmuster im Weg. Hierbei kann der Blick über nationale und disziplinäre Grenzen neue Ansätze liefern. Für eine erfolgreiche Abwägung der vielfältigen Interessen ist eine offene Planungskultur ebenso richtungsweisend wie die Etablierung einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit und strategischer Finanzsteuerung. Gleichzeitig ist der Frage nachzugehen, welche positiven Effekte Interessenvielfalt, unterschiedliche Formen von Abwägungsprozessen und ressortübergreifende Kooperationen auf Stadträume, Stadtmorphologie und Stadtbaukultur haben.

 
Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH) MSc. Julia Müller, WM
julia.mueller2(at)mailbox.tu-dresden.de
fon +49 3581 64993-21 fax +49 3581 64993-29

 

Den Denksalon 2008 führen wir in Kooperation mit der Alfred Herrhausen Gesellschaft durch.