Denksalon Revitalisierender Städtebau
Denksalon 2005 - Kultur
Kulturproduktion als ein nachhaltiger Stadtentwicklungsfaktor
Mit dem ersten Denksalon zum Thema Kultur beginnt die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe. Es ist gelungen, ein breites Spektrum nationaler und internationaler Fachexperten aus verschiedenen Disziplinen für den Denksalon in Görlitz zu gewinnen. Aus der Schweiz und Deutschland wird das Thema Kulturproduktion als nachhaltiger Stadtentwicklungsfaktor skizziert. Aus Ungarn, Liechtenstein und Deutschland werden neue Qualitäten der europäischen Stadt und die Bedeutung von Prognosen thematisiert. Berichte aus England, Deutschland und aus der Schweiz decken neue Schichten auf als Ausgangspunkt für eine innovative Stadtentwicklung.

In drei Foren wird nach positiven Antworten für die Zukunft der Städte zu gesucht:
Forum Produktion: Kultur und Ideen für die Stadt schaffen
Kultur und Stadtbaukultur produzieren innovative Impulse für die Stadtentwicklung. Sie bilden den entscheidenden Mehrwert auf dem globalen Markt und schaffen Identifikation mit der Stadt.
Forum Qualitäten: wandelnde Bedeutung von Prognosen und Werten
Negative Prognosen ohne flankierende sozialwirtschaftlichen Kenntnisse schaffen Unübersichtlichkeiten. Gemeinnützige Kooperationen und die Motivation, Qualitäten zu schaffen, haben Vorrang.
Forum Schichten: neuen Spuren im Bekannten nachgehen
Neue Fundamente für die Stadt entdecken, auf denen sich die Zuversicht für die Zukunft gründet. Inspiration muss mit der nötigen Fernsicht aus dem Vorhandenen gezogen werden.
Programm Denksalon 2005

Konzeption, Idee und Inhalt werden von den Teilnehmern äußerst positiv aufgenommen. Es zeigt sich deutlich, dass der Weg einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung, insbesondere in den Städten der östlichen Bundesländer, sowohl in der Kulturindustrie und in einer neuen Differenzierung von Quantität und Qualität als auch im kommunalen Leistungsangebot und in den weichen Entwicklungsfaktoren liegen. Eng damit verknüpft ist eine kreative Bürgerpolitik, d.h. die Förderung eines neuen Bürgerengagements. Sodann ist mit einer positiv formulierten Kulturindustrie eine qualitativ überdurchschnittliche Stadtbaukultur verbunden. Insofern zeigt das Ergebnis des Denksalon 2005, dass die einseitig auf Schrumpfung und negative Bevölkerungszahlen ausgerichtete Stadtentwicklung nicht weiterhilft. Angesichts der bisher erreichten Leistungen in der Stadtentwicklung und der einmaligen Schönheit ostdeutscher Städte konzentriert sich das Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau darauf, vertieft nach zukunftsweisenden Kriterien der Stadtentwicklung auf interdisziplinärer Basis zu fragen. Dazu benötigen wir eine Kultur des Zuhörens, gegenseitigen Anknüpfens und des Entdeckens, statt nur Positionen darzulegen.
Eine Publikation, die die Ergebnisse und Beiträge des Denksalons zusammenfasst, erschien im Juni 2006 unter dem Titel „Revitalisierender Städtebau – Kultur“. Band 3 der Schriftenreihe Stadtentwicklung und Denkmalpflege.TUDpress, Dresden 2006.
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Denksalon 2006 - Werte
Werte neu denken...?
Am 16. und 17. Juni 2006 fand der zweite Denksalon Revitalisierender Städtebau im Schlesischen Museum in Görlitz statt. Im Mittelpunkt des Diskurses standen die Werte in der Stadtentwicklung. Je vier Impulsvorträgen führten in die drei Themenforen MehrWERT, WERTlos und VerWERTen ein, daran anknüpfend fanden Diskussionen in so genannten Tischgesprächen, kleinen Gesprächsrunden mit rund 20 Teilnehmern, statt. Rund 60 internationale Teilnehmer diskutierten hier Bewertungsmuster, Lesarten und Wertmaßstäbe aus der Perspektive der Planung, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Kultur.

Die vielschichtigen sozialen, kulturellen und ökonomischen Werte einer Stadt, wie z.B. historische Werte, Stadtraumqualität, Stadtgesellschaft oder die wirtschaftliche Bewertung von Grund und Boden, unterliegen gegenwärtig einem grundlegenden Wandel. Vor dem Hintergrund dieser Transformationsprozesse müssen die traditionellen Bewertungsmuster in der Stadtentwicklung hinterfragt werden. Der Denksalon 2006 näherte sich der erforderlichen Wertediskussion in drei Themenschwerpunkten:
Forum 1 | Mehrwert – über die „Grenzen“ blicken
Perspektivwechsel und neue Ideen
Gewohnte Sehmuster verstellen oftmals den Weg für neue Ansätze und Strategien. Der Diskurs mit anderen Disziplinen und der Blick in andere Länder und kann dazu beitragen, die Wahrnehmung für die Werte in den Städten zu sensibilisieren.
Forum 2 | Wertlos – zwischen den Zeilen lesen
Nicht messbare Faktoren für eine qualitätsorientierte Stadtentwicklung
Dem gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungsprozess stehen oft starre Denk- und Handlungsweisen gegenüber, die die Folgen der Transformation zunächst häufig negativ und „wertlos“ erscheinen lassen. Eine differenzierte und ganzheitliche Betrachtung kann durchaus „Wertgewinne“ und noch verborgene Werte jenseits ausschließlich gewinnorientierter Wertmaßstäbe offen legen.
Forum 3 | Verwerten – auf Veränderungen reagieren
Veränderte „Marktwerte“ der Stadt
Die geläufigen ökonomischen Bewertungsmuster insbesondere von Boden, Stadtraum und gesellschaftlichem Engagement bedürfen einer Reflexion. Innovationskraft und Mut, neue Wege zu beschreiten, können „aktives Handeln“ initiieren statt zu jammern.
Programm Denksalon 2006

Das Spektrum der zwölf Impulsvorträge erstreckte sich von unterschiedlichen Akteurs- und Fachperspektiven über den Blick über die Grenzen nach Polen, Russland, England und die Schweiz hin zur Verwertung von Stadtwerten im ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Sinn. Der mentalen Einstellung - im Sinne von: ist das Glas halb leer oder halb voll? – wurde in diesem Kontext für das Gelingen von Entwicklungen und Projekten eine Schlüsselfunktion zuerkannt. Gesprochen haben Lutz Penske (Görlitz), Volker Hassemer (Berlin), Christiane Mennicke (Dresden), Hans-Rudolf Meier (Dresden), Brigit Wehrli-Schindler (Zürich), Charles Landry (Gloucestershire), Barbara Engel (Dresden), Thomas Sieverts (Bonn), Marta Urbanska (Krakau), Benjamin Davy (Dortmund), Iris Reuther (Leipzig), Pascale Grau (Basel), Andreas Billert (Slubice / Frankfurt/Oder).
In den an die Vorträge anschließenden Tischgesprächen wurden die Anregungen der Referenten im Kreis von rund 20 Diskutierenden in persönlicher und offener Atmosphäre erörtert und durch die Erfahrungen und Anmerkungen der übrigen Teilnehmer konkretisiert. Bewertungsmuster und Werte wurden äußerst anregend und vielschichtig diskutiert, Lesarten und Handlungsansätze für das Bewusstmachen von verborgenen Werten formuliert und Ideen für Revitalisierungsstrategien am Beispiele der Stadt Görlitz entwickelt. Im Abschlussplenum gab Klauspeter Nüesch (St. Gallen) mit einem Überblick zu den diskutieren Aspekten aus seinem Blickwinkel als Projektentwickler Anstoß für die abschließende Diskussion zwischen allen Teilnehmern an. Das gemeinsame Abendbuffet und der nächtliche Stadtspaziergang durch die Altstadt von Görlitz hinüber ins polnische Zgorzelec schufen Raum für weiterführende Diskussionen.
Die Publikation der Diskussionsergebnisse und überarbeiteten Impulsvorträge des zweiten Denksalons „Revitalisierender Städtebau – Werte“ ist 2007 als Band 5 der Schriftenreihe Stadtentwicklung und Denkmalpflege erschienen. Unterstützt wurde der Denksalon 2006 von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.
gefördert durch die

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Denksalon 2007 - Zeiten in der Stadtentwicklung
Der Denksalon 2007: Zeiten in der Stadtentwicklung fand vom 22. bis 23. Juni 2007 in der Europastadt Görlitz / Zgorzelec statt.
Er beleuchtete die räumlichen Auswirkungen von Zeitstrukturen und auch die Zeitwirksamkeit von Raumstrukturen. Die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Potenziale wurden insbesondere im Hinblick auf neue Lösungsstrategien zur Revitalisierung unserer Städte betrachtet.
Programm Denksalon 2007
Der Flyer gibt einen Überblick über Referenten, Tagungsprogramm und Tagungskonzept.
Themenforen
In drei Themenforen diskutierten internationale Fachexperten und Nachwuchswissenschaftler aus Theorie und Praxis disziplinübergreifend:
Forum 1 | ZEITGEIST – Stadt als Träger und Produzent von Zeitgeist
Forum 2 | ZEITRAUM – Urbane Transformationsprozesse zwischen
Beschleunigung und Irreversibilität
Forum 3 | ZEITBUDGET – Zeit als Ressource einer neuen Stadtökonomie
Thema | ZEITEN in der Stadtentwicklung
Städte werden geprägt von den Bürgern, ihrer Lebenszeit, ihrem Lebenstempo, dem Arbeitsrhythmus sowie dem gesellschaftlichen Wandel und politischen Zeitfenstern, wie Wahlperioden und Förderprogrammlaufzeiten oder ökonomisch bedingten Abschreibungszeiträumen. Seit es Städte gibt, sind die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse in ihnen besonders ausgeprägt. Neu sind die Geschwindigkeiten, denen die Veränderungsprozesse derzeit unterliegen. Die Folgen des demografischen Wandels, der wirtschaftlichen Transformation, der Globalisierung und der EU-Osterweiterung stellen neue Herausforderungen für die Gesellschaft und die Städte Europas dar. Sie besitzen zum einen unmittelbare oder verzögerte stadträumliche Auswirkungen, wie Veränderungen der Nutzung von Wohn- und Arbeitstätten, des öffentlichen Raums und der technischen und sozialen Infrastruktureinrichtungen. Zum anderen generieren sie neu „Stadtrhythmen“, welche die Häufigkeit und Art der Frequentierung städtischer Räume und Quartiere bestimmen und somit auch deren Vitalität. Der Faktor „Zeit“ ist folglich eines der prägenden Paradigmen der gegenwärtigen Stadtentwicklung und bildet eine wesentliche Determinante in Planungsprozessen.
Der Blick auf die städtische Entwicklung aus der „Zeitperspektive“ wird die derzeitige Fachdiskussion zur Zukunft unserer Städte bereichern, neue Handlungsfelder aufzeigen und Hinweise für eine (Re)Vitalisierung der Städte liefern. Im Rahmen des Denksalons 2007 werden ZEITEN in der Stadtentwicklung mit internationalen Fachexperten und Nachwuchswissenschaftlern aus Theorie und Praxis disziplinübergreifend diskutiert. Sowohl die räumlichen Auswirkungen von Zeitstrukturen als auch die Zeitwirksamkeit von Raumstrukturen sind zu berücksichtigen. In den drei Themenforen ZEITGEIST, ZEITRAUM und ZEITBUDGET werden die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Potenziale von Zeitstrukturen und Stadtentwicklung im Hinblick auf neue Lösungsstrategien, dabei auch im internationalen Kontext, beleuchtet.

Forum 1 | ZEITGEIST
- Stadt als Träger und Produzent von Zeitgeist
Der Zeitgeist, also die für eine bestimmte geschichtliche Zeit typische geistige Einstellung, prägt die Zeitempfinden, die gesellschaftliche Zeitorganisation, die Zukunftsvorstellungen und die Lebensperspektiven der Menschen. Und es ist zu vermuten, dass der Zeitgeist die Stadtentwicklung über ein breites Spektrum unterschiedlicher gesellschaftlicher Kriterien maßgeblich bestimmt. So ändert sich die “Nachfrage“ nach urbanen Raumangeboten in Abhängigkeit des Lebensabschnittes und der veränderten Lebensvorstelllungen. Spezifische Zeitstrukturen, unter¬schiedlichen Zeitkulturen, das Lebens¬tempo und das Zeitempfinden einer Gesellschaft resultieren aus politischen Rahmenbedingungen, sozioökonomischen Aspekten (wie die Schul- und Ferienzeiten, Flexibilisierung der Arbeits- und Betriebszeit, etc.), den daraus resultierenden gesellschaftlichen Zeitmustern und natürlichen Rhythmen (Vegetation-, Reproduktions-, Biorhythmen, Jahreszeiten, Tages-Nacht-Rhythmus).
Die Unterschiedlichkeit individueller Zeit- und Aktivitätsmuster bedingt in ihrer Gesamtheit die Vitalität einer Stadt bzw. des öffentlichen Lebens. Auch die Wahrnehmung von Entwicklungsprozessen (Problem- und Qualitätsbewusstsein), die Suche nach neuen Lösungswegen und die Offenheit gegenüber Neuerungen werden von dem Zeitgeist einer Gesellschaft maßgebliche mitbestimmt.
Impulsvorträge:
Wolfgang Nowak, Alfred Herrhausen Gesellschaft, Berlin
Urbanes Zeitalter – das Leben in der Stadt im globalen Kontext
Adrienne Goehler, Publizistin und Kuratorin, Berlin
Veränderungen der Stadtkultur einer sich wandelnden Gesellschaft
Prof. Dr. Adolf Muschg, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, Zürich
Stadt als Träger von Zeitgeist
Dr. Paul Sigel, Technische Universität Darmstadt
Konstruktion urbaner Identität im Wandel

Forum 2 | ZEITRAUM
– Urbane Prozesse zwischen Beschleunigung und Irreversibilität
Die Veränderung der Zeitrhythmen und Prozessgeschwindigkeiten erzeugen in den Alltags- und Lebenswelten der Stadtgesellschaft stadträumliche Differenzen in den verschiedenen Stadtquartieren und –typen. Die Stadt als Identitätsstifter ist nahezu undenkbar ohne die Permanenz von historischer Räumen und Stadtbildern. Zwar wird die zukunftsgerichtete Entwicklung einer Stadt immer durch ihr historisches Erbe determiniert, doch muss das städtische Raumangebot auch kontinuierlich an sich verändernde soziale und funktionale Nutzungsanforderungen angepasst werden.
Auf Ebene der Kommunen, Länder und des Bundes kann eine stärkere Gewichtung der Zeitgestaltung durchaus ein Instrument in der öffentlichen Planung und Steuerung sein. Erfahrungen aus anderen Stadträumen und Stadtkulturen Europas können hierfür hilfreiche Hinweise liefern. Der Zeitaspekt beschränkt sich hierbei nicht auf eine bessere Organisation des städtischen Lebens, sondern umfasst auch die Zeitplanung von Entwicklungsprozesse und Förderprogrammen. Denn die Geschwindigkeit der stadträumlichen, baulichen Überformung ist oft richtungsweisend für die langfristige Entwicklung der Städte. Die Bedeutung von Entwicklungsphasen, in denen „innere“ Prozesse durchlaufen werden ohne direkte „äußere“ Veränderungen vorzunehmen, ist in Zeiten eines vermeintlich hohen Handlungsbedarfs zu reflektieren. So könnte eine Entschleunigung der Stadtumbauprozesse auch Gelegenheit für das Nachdenken über Träume, Ziele und Visionen bieten.
Impulsvorträge
Prof. Dr. Peter Heintel, Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Österreich
Veränderung der Zeitrhythmen und ihre Raumwirkung
Dr. Heike Liebmann, Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Erkner (bei Berlin)
Stadtumbauprozesse zwischen Irreversibilität und Beschleunigung
Pius Truffer, Hotel Therme Vals, Truffer AG, Vals, Schweiz
Vergangenheit als Zukunftspotenzial - Revitalisierung lokaler Traditionen
Stadtbaurätin Dr. Elisabeth Merk, Stadt München
Stadtumbau zwischen Kontinuität und Veränderung

Forum 3 | ZEITBUDGET
– Zeit als Ressource einer neuen Stadtentwicklung
Das alte Sprichwort „Zeit ist Geld“ weist seit jeher daraufhin, dass Zeit eine zentrale Ressource ist. Sie wird damit auch zu einem wichtigen Faktor der Stadtentwicklung. Allerdings ist mit Zeitbudget doch noch eine etwas differenziertere Sichtweise gemeint als die einseitige Ausrichtung von Zeit auf das Wirtschaftsgeschehen. Zeitbudgets beinhalten Reserven für ungleichzeitige Prozesse in der Stadtentwicklung, die mit Erinnerungs-, Neuorientierungs- Abstimmung- und Realisierungsphasen eng verknüpft sind. So ermöglicht ein positiv verstandenes Zeitbudget auch im Kontext vermeintlich zuverlässiger Prognosen eine Entwicklungsvielfalt und Planungsoffenheit für Unvorhergesehenes. Ebenso ist das Zeitbudget hinsichtlich der Lebensdauer alter Gebäude auf Neunutzung und Wiederverwertung zu gewichten. Wenn der Faktor Zeit in der Stadtentwicklung nur auf ökonomische Determinanten reduziert wird, dann verliert die urbane Stadtgesellschaft an Vitalität, Spontaneität und kreativem Potenzial. Vorausdenken und Anknüpfen an Tradition beinhalten unterschiedliche Potenziale an Zeitbudgets. Diese Ungleichzeitigkeiten ermöglichen Vielfalt und Innovation zur nachhaltigen Zukunftsgestaltung der Stadt.
Impulsvorträge
Prof. Dr. habil. Marco Lehmann-Waffenschmidt, Technische Universität Dresden
Zeit als Ressource einer neuen Stadtökonomie
Prof. Dr. Ulrich Mückenberger, Universität Hamburg
Neue urbane Zeithorizonte
PD Dr. Kristof Dascher, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Veränderte Zeithorizonte in der Wohnungswirtschaft
Christopher Dell, Institut für Improvisationstechnologie (IFIT), Berlin
Improvisation als Strategie einer prozessorientierten Stadtentwicklung
Die Publikation der Diskussionsergebnisse und überarbeiteten Impulsvorträge des dritten Denksalons „Revitalisierender Städtebau – Zeiten in der Stadtentwicklung“ ist 2008 als Band 10 der Schriftenreihe Stadtentwicklung und Denkmalpflege erschienen.
Der Denksalon 2007 wird von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung gefördert.

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Denksalon 2008 - Interessen im Umgang mit Innenstädten
Der Denksalon 2008 - INTERESSEN im Umgang mit Innenstädten fand vom 20. bis 21. Juni 2008 in der Europastadt Görlitz / Zgorzelec statt. Aktuelle Trends und Visionen wurden diskutiert und Methoden und Prozesse der Interessenfindung und -abwägung näher beleuchtet.
Programm Denksalon 2008
Der Flyer gibt einen Überblick über Referenten, Tagungsprogramm und Tagungskonzept.
Themenforen
In drei Themenforen diskutieren Fachexperten und Nachwuchswissenschaftler aus Theorie und Praxis die Interessen im Umgang mit Innenstädten disziplinübergreifend und im internationalen Kontext.
Forum 1 | INTERESSEN erkennen - Visionen und Trends
Forum 2 | INTERESSEN gestalten - Methoden und Prozesse
Forum 3 | INTERESSEN wahren - abwägen und handeln
Thema | Interessen im Umgang mit Innenstädten
Im Rahmen des Denksalons 2008 wird das Thema „Interessen im Umgang mit Innenstädten“ mit internationalen Fachexperten und Nachwuchswissenschaftlern aus Theorie und Praxis disziplinübergreifend diskutiert, um zielorientiert neue Handlungsfelder und Hinweise für eine (Re)Vitalisierung der Städte zu ermitteln.
Mit der „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ verpflichten sich die zuständigen MinisterInnen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die integrierte Stadtentwicklung voranzubringen. Hierfür bedarf es „…einer gleichzeitigen und gerechten Berücksichtigung der für die Entwicklung von Städten relevanten Belange und Interessen“. Das konstruktive Zusammenspiel von Interessen ist die Basis einer hoch stehenden (Stadt-)Baukultur. Veränderte Rahmenbedingungen wie Globalisierung, Privatisierung, Individualisierung und demografische Entwicklung stellen neue Anforderungen an die Gesellschaft und an die Städte. Die Interessenvielfalt nimmt zu, gleichzeitig bewirkt die Verlagerung von Zuständigkeiten eine gewisse Orientierungslosigkeit und es ergeben sich oft widersprechende Einzelinteressen. Diese Veränderungen evozieren neue Interessen, verlangen von den Akteuren, sich neu zu positionieren, sich verstärkt mit anderen Interessenvertretern abzustimmen und neue Interessengemeinschaften einzugehen.
In den drei Themenforen des Denksalon 2008 Interessen erkennen, Interessen gestalten und Interessen wahren, wurden die Wechselwirkungen unterschiedlicher Interessen und die sich daraus ergebenden Potentiale und Konflikte im Hinblick auf neue Strategien zur Zukunftsgestaltung unserer Städte beleuchtet. Die Impulsvorträge zeigten aus der Blickrichtung unterschiedlicher Disziplinen neue Handlungsansätze für die städtische Entwicklung auf und lieferten Hinweise für eine (Re)Vitalisierung der Städte. In den Tischgesprächen wurden die unterschiedlichen Interessen in der Stadtentwicklung und mögliche Wege der Abwägung und Durchsetzung mit internationalen Fachexperten und Nachwuchswissenschaftlern aus Theorie und Praxis disziplinübergreifend diskutiert.

Forum 1 | Interessen erkennen – Visionen und Trends
In der Stadtentwicklung stehen stets die unterschiedlichen Interessen in ihrer Wechselwirkung zur Diskussion. Die Positionierung von Interessen hat letztendlich Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Es wird immer wichtiger, das Zusammenwirken unterschiedlicher Interessen und Wechselwirkungen im gesellschaftlichen Handeln, in der Stadtentwicklung und in der Frage hoch stehender Baukultur zu erkennen und als Parameter in der Gestaltung unserer Städte zu begreifen. Interessen, Visionen und Trends frühzeitig zu erkennen, setzt eine Offenheit für „weiche Faktoren“ und „glückliche Zufälle“ in der Stadtentwicklung voraus. So zeigt sich beispielsweise der aktuelle Trend des Klimawandels einflussreich auf Baukultur, Denkmalschutz und Stadtentwicklung und evoziert neue Interessenlagen und damit neue Perspektiven für die Entwicklung der Innenstädte. Der Blick in andere Disziplinen kann helfen, Trends und Visionen für die Entwicklung der Innenstädte aufzuspüren. Dabei können z. B. computergenerierte Simulationen ebenso wie Ideen und Konzepte der Politologie spannende Erkenntnisse generieren, veränderte Interessenlagen werden strategische Allianzen für die europäischen Innenstädte hervorbringen und die „Trendlese“ in Kunstkreisen eröffnet vielfältige Themen für noch ungewohnte Lebensräume.
Impulsvorträge
"Simulation vernetzter Interessenlagen"
Prof. Dr. Ludger Hovestadt, Professur für CAAD, Institut für Hochbautechnik, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
"Strategische Allianzen für die europäische Stadt"
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Berlin
"Corporate Social Responsibility: Chancen für die Innenstadtentwicklung"
Friedbert Damm, Deutsche Bank AG Dresden
"Optimierung von Stakeholderinteressen in der Stadtentwicklung"
Prof. Dr. Rudolf Schäfer, Technische Universität Berlin, Forschungsgruppe Stadt + Dorf
„Trendlese“ aus der Kunstperspektive"
Dr. Jacqueline Burckhardt, Parkett Publishers, Zürich

Forum 2 | Interessen gestalten – Methoden und Prozesse
Der gesellschaftliche und strukturelle Wandel und die zunehmende Privatisierung kommunaler Aufgaben tragen zu einer größeren Interessenvielfalt - aber auch zur verstärkten Durchsetzung sektoraler Interessen in den Städten bei. Vorraussetzung für eine ganzheitliche Innenstadtentwicklung ist die Einbindung unterschiedlicher Interessengruppen und deren inhaltsreiches Zusammenwirken mit dem Ziel der Konsensfindung. Methoden und Prozesse sind gefragt, um Interessen sichtbar zu machen und sie in Stadtentwicklungsprozessen einzubringen. Stadtpsychologische Ansätze können helfen, eine sachgerechte Meinungsbildung in der Stadtentwicklung zu unterstützen. Die frühzeitige Bildung von Interessengruppen soll Konflikte transparent machen. Für den Erfolg bei der Vermittlung und Abstimmung unterschiedlicher, oftmals widersprüchlicher Einzelinteressen ist eine ausgeprägte Kommunikationskultur ebenso entscheidend wie Kompromissbereitschaft. Erfahrungen aus Ökonomie und Wohnungswirtschaft geben wertvolle Hinweise zur Konsensbildung in der Stadtentwicklung. Ebenso bieten Partizipationsmodelle, Methoden des Erfahrungsaustausches und andere Kooperationsformen eine Vielfalt der Interessensgestaltung.
Impulsvorträge
"Partizipative Planungsprozesse in der Stadtentwicklung"
Dr. Angela Jain, nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung, Berlin
"Sektorale Interessen und Innenstadtentwicklung"
Dr. August Ortmeyer, Deutscher Industrie und Handelskammertag (DIHK), Berlin
"Partizipation als Programm"
Ines-Ulrike Rudolph, tx - büro für temporäre architektur, Berlin
"Wohnungswirtschaft zwischen Ökonomie und Städtebau"
Dr. Wolfgang Schönfelder, Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU), Potsdam

Forum 3 | Interessen wahren – abwägen und handeln
Wenn Interessen in der Stadtentwicklung einseitig formuliert werden, kann die urbane Stadtgesellschaft an Vitalität und kreativem Potential und die Stadtgestalt an Qualität verlieren. Die Wahrung unterschiedlicher Interessen ist Ausgangspunkt für eine zukunftstaugliche Stadtentwicklung und eine qualitätsvolle Stadtrevitalisierung. Integrierte Stadtentwicklungskonzepte bilden anerkannte Grundlagen, um vielfältige Interessen offen zu legen und zu wahren. In der Umsetzung stehen dem Wunsch nach Integration oftmals ein Gegeneinander unterschiedlicher Interessengruppen, eine mangelnde Flexibilität sowie eingefahrene Handlungsmuster im Weg. Hierbei kann der Blick über nationale und disziplinäre Grenzen neue Ansätze liefern. Für eine erfolgreiche Abwägung der vielfältigen Interessen ist eine offene Planungskultur ebenso richtungsweisend wie die Etablierung einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit und strategischer Finanzsteuerung. Gleichzeitig ist der Frage nachzugehen, welche positiven Effekte Interessenvielfalt, unterschiedliche Formen von Abwägungsprozessen und ressortübergreifende Kooperationen auf Stadträume, Stadtmorphologie und Stadtbaukultur haben.
Impulsvorträge
"Planungskultur und Stadtbaukultur in den Niederlanden"
Prof. Ir. Joost M. Schrijnen, Stadt Almere
"Stadt und Stadtteile im Abwägungsprozess"
Prof. Urs Kohlbrenner, Planergemeinschaft Hannes Dubach, Urs Kohlbrenner, Berlin
"Strategische Finanzsteuerung und Interessenabwägung"
Hans-Peter Kopp, Stadt Offenburg, Fachbereich Finanzen
"Stadträume im Umbauprozess"
Dr. Sonja Beeck, IBA-Büro, Stiftung Bauhaus Dessau
Die Publikation der Diskussionsergebnisse und überarbeiteten Impulsvorträge des vierten Denksalons Revitalisierender Städtebau ist 2009 als Band 12 der Schriftenreihe Stadtentwicklung und Denkmalpflege erschienen.
Den Denksalon 2008 führen wir in Kooperation mit der Alfred Herrhausen Gesellschaft durch.

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