Denksalon 2010 Revitalisierender Städtebau - Vielfalt Heimat Stadt
 
11. bis 12. Juni 2010


Der Denksalon 2010 findet am 11. bis 12. Juni 2010 in der Europastadt Görlitz / Zgorzelec statt. Unter dem Themenschwerpunkt VIELFALT HEIMAT STADT werden Antworten auf die Fragen gesucht, welche Bedeutung der Ort hat, in dem die Menschen leben und welche Qualitäten dieser braucht, um ein Heimatgefühl zu stiften.

Dank verschiedener Referenten aus dem Nachbarland Polen bekommt das Leitthema des Denksalons 2010 einen besonderen Schwerpunkt in Bezug auf den Umgang mit der europäischen Stadt.

In den drei Foren: Vielfalt gestalten, Heimat stiften und Stadt erinnern werden die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Potentiale einer zukunftsgerichteten Stadtentwicklung auch mit Blick ins europäische Umfeld beleuchtet.

 
11 do 12 czerwca 2010


Salon Myśli 2010, którego tematem przewodnim jest RÓŻNORODNOŚĆ • OJCZYZNA • MIASTO, odbędzie się w dniach od 11 do 12 czerwca 2010 w Mieście Europejskim Görlitz-Zgorzelec. Podczas sympozjum poszukiwać się będzie odpowiedzi na pytania o znaczenie miejsca zamieszkania dla ludzi: jaką jakość powinno mieć to miejsce, by stać się ich ojczyzną.

W Salonie Myśli 2010, dzięki wielu referentom z Polski, pojawią się nowe wątki w postrzeganiu miasta europejskiego.

W trzech forach tematycznych: tworzenie różnorodności, konstrukcja ojczyzny i pamięć o mieście, poszukiwane będą powiązania, zależności i potencjały w rozwoju miast przyszłości w Niemczech i w innych krajach Europy.

 
Programm und Anmeldung

Der Flyer gibt einen Überblick über Referenten, Tagungsprogramm und Tagungskonzept.

 
Thema | Vielfalt Heimat Stadt

Der Denksalon Revitalisierender Städtebau 2010 knüpft mit seinem Jahresthema Vielfalt Heimat Stadt an die Leitlinie der „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ an, welche die Schaffung eines städtischen Lebensraumes mit funktionaler und sozialer Vielfalt für eine nachhaltige Stadtentwicklung zum Ziel hat. Aus interdis-ziplinärer Perspektive werden Antworten zur Bedeutung und Qualität des Ortes gesucht, der Heimatverbundenheit stiften kann. Es wird immer wichtiger, das Zusammenwirken unterschiedlicher Interessen und Wechselwirkungen im gesellschaftlichen Handeln, in der Stadtentwicklung und in der Frage nach hoch stehender Stadtbaukultur zu erkennen und als Parameter der Gestaltung unserer Städte zu begreifen. Der Blick in andere Länder und Disziplinen kann helfen, Trends und Visionen zur Frage der Identität der Bürger mit ihrer Stadt, und damit zur Frage der Heimatverbundenheit, nachzugehen.
Dem Görlitz Kompetenzzentrum mit seinem Standort an der Grenze zu Polen ist es ein Anliegen, den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern und sich dabei auch mit der Entwicklung polnischer Städte auseinanderzusetzen. Die umfangreichen und speziellen polnischen Erfahrungen mit dem städtebaulichen Erbe bieten große Chancen, eine ganz andere Perspektive und unterschiedliche Wurzeln von baukulturellen Zusammenhängen kennenzulernen. Dank verschiedener Referenten aus dem Nachbarland Polen bekommt das Leitthema des Denksalons 2010 somit einen besonderen Schwerpunkt in Bezug auf den Umgang mit der europäischen Stadt.
Veränderte Rahmenbedingungen wie Globalisierung, Privatisierung, demografischer Wandel und steigende Mobilität der Gesellschaft stellen die Städte Europas nicht nur vor neue Herausforderungen und große Aufgaben sondern wirken sich auch auf das Verständnis von Heimat und Identität aus. Will man die großartigen Chancen der europäischen Stadtidee und Stadtgesellschaft weiterhin kreativ nutzen, ist es wichtig, authentische Orte mit sozialem Zusammenhalt, einer kulturellen Vielfalt und ausgeprägter Identität zu wahren und weiter zu entwickeln. Der Umgang mit dem städtebaulichen Erbe und die Pflege einer qualitätvollen Stadtbaukultur nehmen eine Schlüsselrolle ein. Heimatgefühl kann vor allem dann gestärkt werden, wenn die Stadtbaukultur sich auch an den Bürgern, ihren Wünschen, Sehnsüchten und Bedürf-nissen orientiert. Ein urbanes Selbstbewusstsein und bürgerliches Engagement gedeiht dort, wo immer wieder nach Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadtentwicklung gesucht wird. Die Wurzeln der europäischen Stadt als Lebensraum liegen in der Toleranz und Integration, die den Bewohnern Heimat und Identität geben. Gleichzeitig bietet sie auch Offenheit für das Fremde, für andere Lebensstile. Schließlich zeichnet sich eine Stadt als Heimat durch eine aktive Bürgerschaft aus.

 
Themenforen

Vor diesem Hintergrund werden Fachexperten und Nachwuchswissenschaftler aus Theorie und Praxis interdisziplinär und fachübergreifend über die Zukunft der europäischen Stadt diskutieren und konkrete Strategien entwerfen. In den drei Foren: Vielfalt gestalten, Heimat stiften und Stadt erinnern werden die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Potentiale einer zukunftsgerichteten Stadtentwicklung auch mit Blick ins europäische Ausland beleuchtet.

Forum 1 | Vielfalt gestalten
Die Stadt ist vielfältiger und unverwechselbarer Wohnort. Sie bietet unterschiedliche Lebensqualitäten für unterschiedliche Lebensstile und ist ein nachhaltiges soziales, wissenschaftliches und wirtschaftliches Zentrum. Eine eigenständige Stärkung der Stadt gelingt, wenn Stadtentwicklungsprozesse nicht nur als eine Bauflächen-Verteilungsstrategie unter finanztechnischen Kriterien gesehen werden. Weit wichtiger ist es in Zukunft, individuelle und emotionale Bindungen der Bürger an ihre Wohn- und Arbeitsorte durch eine qualitativ hoch stehende Stadtbaukultur zu stärken. Ebenso geht es darum, mit Sorgfalt die unterschiedlichen Qualitäten urbaner Lebensstile in der Stadt zu fördern. Damit werden entscheidende Voraussetzungen geschaffen, dass die Bürger mehr gemeinsame Werte erkennen und eine positive Identifikation mit ihrer Stadt gewinnen. Die aktive Gestaltung des Zusammenlebens in vielfältigen urbanen Orten schafft Heimatverbundenheit in der Stadt.

"Gestaltung identitätsstiftender Räume"
Prof. Nicolas Beucker, Professur für public and social design FH Niederrhein, Krefeld

"Instrumente einer Heimat stiftenden Stadtentwicklung"
Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Honorarprofessur für nationale und europäische Raumentwicklung, Universität Leipzig

"Architektur und Städtebau als Symbol der neuen Freiheit"
Dr. Romuald Loegler, Atelier Loegler, Krakau

"Identitätsbildung durch Stadtmarketing"
Maria Luise Hilber, intosens ag Stadtvisionen Zürich

 

FORUM 2 | Heimat stiften
Heimat schafft emotionale Verbundenheit mit einem Ort und sie bewirkt eine Art Anziehungskraft, die genauso anregen wie sie auch verloren gehen kann. Die Stadtges-taltung ist nicht nur für das Erscheinungsbild und das Image einer Stadt von Bedeutung, sondern auch für die Bereitschaft der Bevölkerung, sich mit der Stadt zu identi-fizieren. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit Städtebau, Stadtbaukultur und Architek-tur Heimat gestalten können. Eine Stadtbaukultur, die vielfältige Bedürfnisse und urbane Lebensstile berücksichtigt sowie unterschiedliche kulturelle Traditionen zusammenführt, hat einen hohen Stellenwert. Stiften Rekonstruktionen städtebaulicher En-sembles und Gebäude mehr Identität für die Bürger mit ihrer gebauten Umwelt als zeitgenössische Stadtgestaltungen? Letztere werden bekanntlich von den Bürgern nur zum Teil angenommen. Die Rolle von Großwohnsiedlungen im Kontext von „Heimat gewordener Stadt“ und des sozialen Zusammenhalts ist ebenfalls zu gewichten. Und es stellt sich die Frage, ob städtebauliche Orte, die von der Moderne stark geprägt werden, „heimatkompatibel“ sind. Mit dem Wiederaufbau polnischer Städte entstanden städtebauliche Ensembles, die offensichtlich eine lokale Identität des Ortes bieten. „Heimat“ als deutscher Sprachbegriff und in Verbindung mit Konzepten zum Wiederaufbau von städtebaulichen Ensembles und Einzelbauten erlebt in Polen nach 1989 einen äußerst spannenden Stellenwert.

"Die Großwohnsiedlung als Heimat"
Dr. Ines Weizman, department of architecture & spatial design, London Metropolitan University

"Stadtheimat und Stadtgestalt"
Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani, Professur Geschichte des Städtebaus, ETH Zürich

"Zentren schlesischer Städte"
Dr. Tomasz Nawrocki, Institut für Soziologie, Schlesische Universität Katowice

"Stadt als Bühne – Stadträume und ihre Bewohner"
Arved Schultze, freier Dramaturg, Berlin

"Ist die Moderne heimatkompatibel?"
Martin Fröhlich, AFF Gesellschaft von Architekten mbH, Chemnitz, Berlin

 

FORUM 3 | Stadt erinnern
Städte bewahren in der Regel über Jahrhunderte ihre Struktur des öffentlichen Raums. Häuser werden in Ihrer Erscheinung beziehungslos verändert, städtebauliche Ensembles oft grundlegend umgestaltet, sodass die Identität der Bürger mit ihrer Stadt, ihrem Wohnort verloren geht. Die Stadt als Identitätsstifter benötigt stets eine behutsame und qualitativ hoch stehende Weiterentwicklung ihrer historischen Räume und Stadtbilder. Kontinuität und Integration des Vorhandenen, Einfügen und Einordnen neuer Bauten nach baukünstlerischen Kriterien (statt selbstgefälliges Architekturdesign) bilden eindeutige Wesensmerkmale für die Stadt des Erinnerns. Mit zunehmender Globalisierung wird die eindeutige Erkennbarkeit der Städte in ihrer Gesamtheit (und nicht nur in ihrer Stadtmitte) für die Bürger ganz besonders wichtig. Lebendige Erinnerung steht in Verbindung mit der Atmosphäre, sinnlicher Wahrnehmung und persönlichen Erfahrungen des Ortes. Heimatverbundenheit ist auch abhängig von Lebensstilen, sozialen, und kulturellen Gegebenheiten. Gleichzeitig geht es um eine Stadtbaukultur, die die Voraussetzungen schafft, über Generationen verbindend zu wirken. Rasche und unsorgfältige Veränderungen des urbanen Lebensraums können zur Entwurzelung der Menschen und damit zum Verlust an Erinnerung beitragen. Historisch überlieferte Stadträume und Stadtbilder sind zu wahren bzw. behutsam weiter zu entwickeln statt durch billige Serienproduktion oder Architekturbrandings zu ersetzen.

"Die Architektur, die Tradition, der Ort"
Prof. Dr. Hans-Georg Lippert, Professur für Baugeschichte, TU Dresden

"Danzig als Labor für die Transformation von Identität"
Dr. Malgorzata Dymnicka, Institut für Städtebau und Raumplanung, TU Danzig

"Potentiale multifunktional gemischter Stadtquartiere"
Prof. i. R. Dr. Hartmut Häussermann, Institut für Sozialwissenschaften, HU Berlin

"Die Privatisierung des Raumes"
Prof. Dr. Bohan Jalowiecki, Zentrum für Europäische Regional- und Lokalstudien – UNESCO-Lehrstuhl, Universität Warschau

"Heimat, Identifikation, Denkmalpflege"
Dr. Jürgen Tietz, Architekturkritiker und Journalist, Berlin

"Erinnerungsprozesse polnischer Städte"
Dr. Peter Oliver Loew, Deutsches Polen-Institut Darmstadt

Plenum. Moderation: Hathumar Drost, complan GmbH Kommunalberatung, Pots

 
Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH) MSc. Christian Schneider
christian.schneider (at) tu-dresden.de
fon +49 3581 64993-10 fax +49 3581 64993-29

 

Der Denksalon 2010 wird durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die Stiftung Lebendige Stadt gefördert.